Das sogenannte Radl-Večeře (tschechisch etwa: “Radfahr-Mahlzeit”) verbindet gutes Essen mit körperlicher Ertüchtigung. Jeder Menupunkt auf der Speisekarte unseres interaktiven und sportlichen Dinners Mitte Juli fand an einem anderen Ort in Freiburg statt. Den Weg zwischen den Stationen mussten wir uns hart erarbeiten. Per Rad ging es quer durch die ganze Innenstadt – alle Gänge in einem Lokal zu servieren, wäre doch einfach zu banal gewesen. Im übrigen: Die sportliche Betätigung half uns, die überschüssigen Pfunde, die bei den deftigen Speisen vorprogrammiert waren, sofort wieder abzutrainieren. Oder ihren unvermeindlichen Konsequenzen zumindest ein Stück weit entgegenzuwirken.
Unsere erste Station führte uns in die Freiburger Studentensiedlung (Stusie) am Seepark, dem Hotspot internationaler Begegnungen zwischen jungen Leuten. Dort bot sich uns und den über 20 Studentinnen und Studenten, die wir als Gäste geladen hatten, eine erfrischende Gemüsekaltschale mit viel Roter Bete, Buttermilch und Dill. Das Rezept aus Belarus fand großen Anklang unter den GFPS-Freunden. Für alle Beteiligten war es zudem ein rundum gelungener Start in den Abend, da man sich – von der Nachmittagshitze erschöpft – durch die leckere Suppe auf Zimmertemperatur zurückkühlen konnte. Die Enge in der gemütlichen Küche unserer netten Gastgeber aus der Slavistik-Fachschaft hat zudem dafür gesorgt, dass sich alle Teilnehmer sofort näher kamen und fleißig über Borszcz-Rezepte fachsimpelten. Прыемнага апетыту (Prijemnaja apetitu!)
Und ab zum nächstem Imbiss: In den Räumen des AKBN, einem gemeinnützigen Verein zur Unterstützung von Menschen mit Behinderung, wartete das Hauptgericht auf die Party-Hungrigen: traditionell polnische Hausmannskost mit Krautsalat und Pyzy, also original polnischen Kartoffelknödeln. Bei den unterschiedlichen Füllungen im Knödelteig, die gewohnheitsmäßig recht fleischlastig ausfallen, kamen jedoch auch Vegetarier voll auf ihre Kosten. Die musikalische Untermalung durch polnischen Jazz sowie die Beflaggung an der Wand in waagerechtem Rot-Weiß rundeten die Mahlzeit in multisensueller Hinsicht ab. Als I-Tüpfelchen wurden Kekse mit farbiger Glasur gereicht, die je nach Geschmack entweder die polnischen oder die deutschen Nationalfarben trugen. Smacznego!
Zum Dessert wurden wir für unsere sportliche Höchstleistung auf dem Fahrradsattel mit einem Quarkkuchen belohnt, den unsere nette tschechische Stipendiatin Michaela aus Brno (Brünn) nach einem Rezept aus ihrem Heimatland zubereitet hatte. Diese leckere Kalorienbombe schuf die nötige Grundlage für die Fete danach. Dobrou Chuť!
Das Café Cum Tempore – mit den Flaggen aller GFPS-Länder geschmückt – diente uns nämlich anschließend als Partysaal, in dem wir den Abend bei mittel- und osteuropäischer Tanzmusik haben ausklingen lassen. Mit unserem Programm konnten wir nicht nur interessierten Studentinnen und Studenten einen Einblick in die kulinarische Vielfalt unserer Partnerländer im Osten bieten, sondern auch GFPS als brückenbauende Gemeinschaft bekannter machen.
Dies gelingt sicherlich auch langfristig dank eines Filmprojektes, das vom Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Uni Freiburg gefördert wird. Engagierte Studenten haben im Rahmen eines medienpraktischen Kurses einen Dokumentarfilm über unser Radl-Večeře und das zugehörige Abendprogramm gedreht, der demnächst auf dem kürzlich entstandenen Osteuropa-Kanal auf der Uni-Freiburg-Homepage erscheinen soll. Er bietet gleichzeitig Raum, unseren Verein und unsere Aktivitäten im allgemeinen einer interessierten Studentenschaft zu präsentieren. Bald wird es hierzu im GFPS-Blog eine entsprechende Verlinkung geben. Also, Augen auf!




